DANIELS BAUTAGEBUCH

Daniels Bautagebuch # 12 - im März 2021

Hier entsteht gerade: ++ Ein besonderer Garten für besondere Menschen ++

Im Garten des Wohnhauses sollen sich alle Bewohner:innen weitestgehend ohne Begleitung und gefahrlos bewegen und beschäftigen können. Die Beeinträchtigungen der Bewohner:innen des Wohnhauses sind vielfältig. Die einen haben ein besonders hohes Bewegungsbedürfnis, andere brauchen eher basale Angebote.
Deshalb entsteht hier ein Garten für alle Sinne und verschiedenste Bedürfnisse. Zum Beispiel:
- ein Sinnesgarten mit Hochbeeten für Kräuter- und Nutzpflanzen, Klang- und Fühlelemente, ein Sinnespfad, der auch für Rollifahrer geeignet ist, bieten Anregungen für Körper und Geist.
- Aktions- und Bewegungsgeräte wie ein Outdoor-Fitnessgerät, Schaukeln für Erwachsenen, Balancierelemente sollen Koordination und Körperwahrnehmung schulen.

Daniels Bautagebuch # 11 - im März 2021

Es nimmt langsam Form an: das Treppenhaus ist gefliest, Lampen sind überwiegend angebracht, die Verlegung des Fußbodens im 1. OG vorbereitet.

Daniels Bautagebuch # 10 - im Februar 2021

Die Solaranlage auf dem Dach ist installiert und produziert nun fleißig Strom. Die Ladestation für das E-Auto wird auch vorbereitet.

Daniels Bautagebuch # 9 - im Januar 2021

SOLE-WASSER-WÄREMPUMPE

So sieht es gerade im Harthäuserweg aus: Hier wird gebohrt. Für die Heizungsanlage. Wir bekommen im Wohnhaus nämlich eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Dafür werden gerade die Erdsonden gesetzt.
Es wird auch noch eine Solaranlage auf das Dach gebaut. Dann wird es noch eine Wallbox am Haus geben, zum Aufladen des E-Autos. Alles ganz schön umweltfreundlich.

Daniels Bautagebuch # 8 - im Dezember 2020

UMZUGSFIEBER!

So, langsam wird´s ernst! Ich mache mir viele Gedanken, wie das wird, wenn ich bald zu Hause ausziehe. In meine WG im neuen Wohnhaus. Das ist nicht mehr lange hin.
Mein Zimmer schon habe ich schon ausgemessen. Denn ich will jetzt schon planen, wo mein Bett hinkommt und wo mein Schrank. Passt noch ein Schreibtisch rein? Habe ich auch einen Fernseher im Zimmer? Auch meine Discokugel kann mit umziehen. Das geht. Das habe ich schon ausgemessen. Dann sieht mein Zimmer aus wie ein Snoezelraum…. So schön.
Ich habe gerade sooo viele Fragen: Bringt mich der Bus auch von dort zur Werkstatt nach Bad Dürkheim und holt mich wieder ab? Meine Eltern haben mir eine Küchenmaschine versprochen. Wann besorgen wir die? Denn mit meiner Wohngruppe möchte ich unbedingt Pizzabacken und ich mache den Teig.
Ich freue mich ja schon so auf das Ausziehen. Aber toll ist, dass ich am Wochenende auch weiterhin mit meinen Eltern wandern gehen kann. Oder mal abends mit der Familie eine Pizza in der Stadt essen. Und danach geht es wieder nach Hause: in meine WG im neuen Wohnhaus. Das ist alles so aufregend!

Daniels Bautagebuch # 7 - im Oktober 2020

RICHTFEST!

Eigentlich war das Richtfest schon für April geplant, musste aber aus bekannten Gründen verschoben werden.
Am 22.10 und 23.10.20 wurde dann doch noch unter besonderen Bedingungen "gefeiert". Am 22.10. waren die Interessenten und Unterstützer eingeladen, sich dieses für die Lebenshilfe Neustadt so wichtige Projekt anzuschauen. Darunter auch Bürgermeister und Sozialdezernent der Stadt Neustadt, Ingo Röthlinghöfer.
Am 23.10.20 wurde den künftigen BewohnerInnen und deren Angehörigen erstmals Gelegenheit gegeben, ihr neues, künftiges Zuhause zu besichtigen und ihre Mitbewohner kennenzulernen. Mit Mund-Nasen-Schutz und dem notwendigen Abstand wurden die Besucher in kleinen Gruppen durch das Haus geführt. Es wurden viele Fragen zum neuen Wohnhaus gestellt, die Räume besichtigt und Zimmer ausgemessen, um sie im Geiste schon mal für die neuen BewohnerInnen einzurichten.

Daniels Bautagebuch # 6 - im Juli 2020
Hier gibt´s neue Fotos von der Wohnhaus-Baustelle im Harthäuserweg. Ich durfte mich mal IM Haus umschauen. Die Fenster sind jetzt eingebaut. Man sieht noch viele Kabel und Technik und blanke Wände. Schön ist der Ausblick ins Grüne aus der oberen Etage. Von einem Fenster aus kann ich sogar das Hambacher Schloss sehen!

Daniels Bautagebuch # 5 - im Mai 2020
Solange ich nicht zur Arbeit in die Werkstatt kann, mache ich fast täglich eine Baustellenkontrolle beim neuen WOHNHAUS und schaue was sich dort tut. Von draußen hat man gerade keine großen Veränderungen gesehen. Aber im Haus wurde fleißig gearbeitet. Die Lüftungsbauer sind vor Ort, Elektriker klopfen Schlitze für die Leitungen, Abdichtungs- und Entwässerungsarbeiten am Dach werden durchgeführt. Und jetzt sind auch die Fenster geliefert worden.
Finde ich super, dass das hier vorangeht!

Daniels Bautagebuch # 4 - im März 2020
Ihr fragt euch bestimmt, was das neue WOHNHAUS der Lebenshilfe in diesen Krisenzeiten macht. Da geht es voran! Inzwischen konnte nämlich der Rohbau fertiggestellt werden. Seht ihr auf den Fotos. Ich habe das auch kontrolliert. Ein Richtfest können wir leider nicht feiern, wegen diesem Virus. Vielleicht holen wir das noch nach. Schön ist, dass bis heute noch weiter gebaut wird. Jetzt ist gerade die Lüftung dran.

Daniels Bautagebuch # 3
Hier werden gerade Fertignasszellen eingebaut. In das neue Haus kommen 24 Bewohnerzimmer. Damit die Bäder gleiches Aussehen und Qualität haben, hat sich die Lebenshilfe entschieden Fertigbäder einzubauen. Diese werden von einer Firma aus Maulbronn gefertigt. Mit einem Rollstuhlfahrer (Abdul) ist eine Abordnung der Lebenshilfe nach Maulbronn gefahren und haben sich ein Musterbad angesehen. Abdul ist mit Rollstuhl im Musterbad herumgefahren und hat getestet, ob das Bad rollstuhlgerecht ist. Es mussten noch ein paar Kleinigkeiten verändert werden, bis alles passte. Und jetzt sind die ersten Zellen im Erdgeschoss mit dem Kran an die vorgesehenen Plätze gesetzt worden. Dann wird die zweite Etage darauf gebaut und dann werden wieder die fertigen Bäder eingesetzt. So wird das auch in der dritten Etage passieren. Erst die Mauern hochziehen, dann die Bäder einsetzen. Coole Sache!

Daniels Bautagebuch # 2
Hallo, ich bin´s wieder, der Daniel. Heute fange ich mal ganz vorne an. Die Verantwortlichen von der Lebenshilfe Neustadt haben schon vor zehn Jahren festgestellt: „Wir brauchen hier in Neustadt viel mehr Wohnplätze für Menschen mit Behinderung die viel Unterstützung und Hilfe im Alltag benötigen!“ Denn auch Menschen mit Behinderung werden erwachsen. Und zum Erwachsenwerden gehört, dass man selbstständiger wird, sein eigenes Leben führt und unabhängiger von seinen Eltern wird. Zu Hause ausziehen, ein eigenes Leben führen, mit ihren Freunden in eine WG ziehen, all das wünschen sich auch Menschen mit Behinderung. Aber wie soll das gehen, wenn man im Alltag viel Unterstützung und Hilfe braucht? Oder vielleicht ganz besondere Strukturen und Konzepte im Alltag, weil man eine Autismus-Spektrum-Störung hat. Oder wenn man nicht mehr durch die eigenen Angehörigen versorgt werden kann, weil die zu alt oder sogar schon gestorben sind. Da muss der Mensch mit Behinderung doch trotzdem irgendwo leben können. Am besten da, wo er zuhause ist, in Neustadt und nicht irgendwo in Marburg oder so. Viele Familien betreuen ihre behinderten Angehörigen nämlich bis ins hohe Alter zu Hause, auch wenn die Familien dadurch an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen; nur damit sie nicht in weit entfernten Einrichtungen untergebracht werden, wo vielleicht gerade mal ein Platz frei wird. Es ist doch echt wichtig, dass es entsprechende Wohnplätze auch hier in Neustadt gibt. In der Nähe von Familie und Freunden und Arbeitsplatz.

Daniels Bautagebuch # 1
Heute will ich euch heute gerne mal „meine“ besondere Baustelle zeigen. Hier wird gerade ein neues Wohnhaus für die Lebenshilfe Neustadt gebaut. Zwischen der Kita in der Robert-Stolz-Straße und den neuen Wohnhäusern der WBG am Harthäuserweg. Das interessiert mich sehr. Ich weiß, dass ich nicht alleine in einer Wohnung leben kann, denn ich brauche Hilfe und Betreuung den ganzen Tag über. Und ich möchte auch nicht ganz alleine wohnen, sondern mit anderen Leuten zusammen in einer WG. Was ist das also für ein neues Wohnhaus, das die Lebenshilfe Neustadt da baut? Hier sollen insgesamt 24 erwachsene Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung in vier Wohngemeinschaften einziehen. Das ganze Haus wird barrierefrei, damit auch Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator einziehen können. Oder damit ich, wenn ich mal alt bin und auch so ein Ding brauche, immer noch dort leben und mich eigenständig im Haus bewegen kann.
Das Haus soll auch für Menschen sein, die viel Hilfe und Betreuung im Alltag brauchen - also das Richtige für mich.
Acht Wohnhausplätze sind extra für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung vorgesehen. Denn die brauchen besondere Strukturen und Konzepte um im Alltag zurecht zu kommen. So was fehlt hier echt in Neustadt!

Hallo, ich bin der Daniel.
Ich bin ein echter Neustadter. 1994 bin ich hier im Krankenhaus auf die Welt gekommen. Ich war im Kindergarten der Lebenshilfe in Lachen-Speyerdorf. Danach habe ich die Siegmund-Crämer-Schule in Bad Dürkheim besucht. Seit 4 Jahren arbeite ich in der Zweigwerkstatt bei der Lebenshilfe Bad Dürkheim. Meine Hobbies sind: Musik machen mit der Puzzle-Band, Wandern im Pfälzer Wald (Leberknödel oder Bratwurst essen). Ich schwimme sehr gerne und habe auch schon bei den Special Olympics teilgenommen. Ich bin viel mit der Lebenshilfe unterwegs; wir fahren regelmäßig auf den Betzenberg zum 1. FCK und im Urlaub gerne auch in Freizeiten.
Ich wohne im Moment noch bei meinen Eltern zu Hause. Meine große Schwester ist mittlerweile ausgezogen. Übers Erwachsen werden und selbständiges Leben haben wir schon in der Schule gesprochen. Da konnte ich mir aber noch nicht wirklich vorstellen, warum sich etwas ändern sollte. Jetzt wo ich älter bin, mache ich mir schon meine eigenen Gedanken über mein Leben und wie ich mir es vorstelle.
In den nächsten Wochen will euch jedoch über eine besondere Baustelle berichten.